TIP TIG vs. MIG/MAG: MIG-Geschwindigkeit mit WIG-Qualität

TIP TIG liefert Abschmelzleistung in MIG-Klasse mit WIG-Qualität — bei rund halbem Wärmeeintrag, ohne Spritzer, ohne Nacharbeit. Der Vergleich mit MIG/MAG.

Aktualisiert 24. Juli 2026 3 Min. Lesezeit

MIG/MAG ist das Arbeitspferd für hohe Mengen: schnell, hohe Abschmelzleistung, leicht zu automatisieren — aber es bezahlt diese Geschwindigkeit mit Wärme, Spritzern und Anbindungsqualität. TIP TIG schließt diese Lücke von der anderen Seite: Abschmelzleistung in MIG-Klasse mit WIG-Qualität. Die eigentliche Frage ist also nicht, ob MIG schnell ist, sondern was diese Geschwindigkeit kostet — und ob man diese Kosten hinnehmen muss. So vergleichen sich die beiden.

Abschmelzleistung: die „MIG-Geschwindigkeit”

Bei der Abschmelzleistung löst TIP TIG das Versprechen „MIG-Geschwindigkeit” ein. Es liefert die höchste Abschmelzleistung aller WIG-Verfahren — je nach Anwendung bis zu rund 4 kg/h und darüber, also in der Produktivitätsklasse von MIG — und weil es weder Schlacke noch Zwischenlagenreinigung gibt, bleibt mehr Zeit der Lichtbogen an.

Was die beiden Verfahren trennt, ist also nicht die reine Geschwindigkeit — es ist alles rund um die Naht. MIG birgt echte Risiken für Bindefehler, Porosität und schlechte Nahtübergänge, es spritzt und tut sich in Steig- und Überkopfposition schwer. Bei trägen oder korrosionsbeständigen Legierungen — Duplex, Inconel, Auftraglagen — werden diese Risiken zu Ausschuss.

Wärmeeintrag: die entscheidende Zahl

Die klarste, am besten messbare Differenz ist der Wärmeeintrag. Mit der Standard-Formel (Spannung × Stromstärke × 60 ÷ Schweißgeschwindigkeit) liegt eine typische MIG-Lage bei rund 923 J/mm. Konventionelles WIG liegt bei etwa 768 J/mm, TIP TIG bei rund 480 J/mmetwa der Hälfte von MIG.

Balkendiagramm des typischen Wärmeeintrags: MIG am höchsten, konventionelles WIG in der Mitte, TIP TIG am niedrigsten.
Typischer Wärmeeintrag — weniger ist besser. TIP TIG arbeitet mit rund dem halben Wärmeeintrag von MIG.

Das ist der Gewinn, MIG-Geschwindigkeit mit einem WIG-Lichtbogen zu erreichen: Abschmelzleistung in MIG-Klasse, aber mit dem niedrigsten Wärmeeintrag der drei Verfahren. Niedriger Wärmeeintrag bedeutet weniger Verzug, eine schmalere Wärmeeinflusszone und — entscheidend bei korrosionsbeständigen Legierungen — erhaltene Korrosionseigenschaften statt Sensibilisierung. Das ist der Unterschied zwischen einer Auftraglage, die die Schweißung übersteht, und einer, die es nicht tut.

Keine Spritzer, keine Nacharbeit

TIP TIG hält Röntgenqualität ohne Schlacke, ohne Zwischenlagenreinigung, in allen Positionen, mit 100 % Argon. Das spritzerfreie Ergebnis spart echte Zeit, nicht nur Optik: MIG-Spritzer müssen nach dem Schweißen abgeschlagen oder abgeschliffen werden, während TIP TIG nichts zu reinigen hinterlässt — keine Spritzer, keine Nacharbeit.

MIG kann bei kritischen Nähten auch nicht dasselbe Qualitätsversprechen geben: An innen Inconel-plattiertem Subsea-Rohr konnte Puls-MIG die 100-%-Röntgenanforderung nicht zuverlässig erfüllen — genau das Problem, das CNOOC zu TIP TIG brachte. Wo das Regelwerk null Fehler an einer korrosionsbeständigen Legierung verlangt, ist die WIG-Anbindung von TIP TIG der sicherere Weg.

Auf einen Blick

MIG/MAGTIP TIG
AbschmelzleistungHochMIG-Klasse — bis ~4 kg/h
Wärmeeintrag (typisch)~923 J/mm~480 J/mm
SpritzerJa — Nacharbeit nötigKeine — keine Nacharbeit
Bindefehler-/PorositätsrisikoErhöhtWIG-Niveau, Röntgenqualität
Alle PositionenEingeschränktAlle Positionen
SchutzgasArgon/CO₂-Gemische100 % Argon

Wann was wählen

MIG/MAG behält seinen Platz, wo allein der Durchsatz zählt und die Metallurgie nachsichtig ist — dicke Baustahlkonstruktionen und Großserienfertigung, deren Toleranzen Raum lassen für seine Wärme, seine Spritzer und den gelegentlichen Fehler.

TIP TIG greift man, wenn Qualität nicht verhandelbar ist: korrosionsbeständige Legierungen, Auftragschweißen, regelwerksgebundene Rohre, dünne oder verzugsempfindliche Baugruppen und alles, was in Zwangslage auf Röntgenniveau geschweißt wird. Man behält Abschmelzleistung in MIG-Klasse — und gewinnt den niedrigsten Wärmeeintrag, keine Spritzer, keine Nacharbeit und Nähte, die auf Anhieb die Röntgenprüfung bestehen.

Kurz gesagt: TIP TIG ist gebaut, um MIG-Geschwindigkeit mit WIG-Qualität zu liefern. Bei qualitätskritischen Arbeiten ist genau diese Kombination der ganze Sinn.

Bereit loszulegen?

Bringen Sie Ihr Schweißen
auf das nächste Level.

Sprechen Sie mit unserem Team — wir helfen Ihnen, den passenden Händler zu finden, die Technologie zu verstehen oder Ihren ROI zu berechnen.